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Warnstreik um Mitternacht bei Mann und Hummel in Himmelkron

Tarifauseinandersetzung erreicht Oberfranken!

01.02.2019 I Himmelkron – Für eine ganze Stunde haben die Beschäftigten der Nachtschicht des Mann und Hummel Werkes in Himmelkron die Arbeit niedergelegt, um vor dem Werkstor mit einem Warnstreik auf Ihre Forderungen in der laufenden Tarifauseinandersetzung aufmerksam zu machen.

Es wird laut in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2019. Direkt nach Ende der Friedenspflicht sind über 120 Beschäftigte dem Aufruf Ihrer Gewerkschaft IG Metall gefolgt und verliehen Ihren Forderungen lautstark Nachdruck.

Die IG Metall fordert mit Ihren Mitgliedern für die Beschäftigten in der Textil,- und Bekleidungsindustrie die Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent, eine Weiterführung der Altersteilzeitregelung zu verbesserten Bedingungen und die Wahlmöglichkeit für Beschäftige einen Teil Ihres Geldes in freie Zeit umzuwandeln.

Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - Foto: Heiko Lippert
Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - Foto: Heiko Lippert

Für die Belegschaft von Mann und Hummel in Himmelkron ist dies der erste Warnstreik in der Firmengeschichte und zeigt wie ernst es Ihnen ist.

Die Arbeitgeber haben neben einem Nullmonat und für sechs Monate Einmalzahlungen eine Erhöhung der Einkommen um 1,7 Prozent ab 01.09.2019 angeboten. Eine weitere Erhöhung soll es zum 01.09.2020 geben. Die Arbeitgeberseite fordert dabei eine Laufzeit von 28 Monaten.

Bei einer Inflationsrate von ca. 2 Prozent stellt dieses erste Angebot der Arbeitgeber noch nicht einmal die Reallohnsicherung da. „Die Arbeitgeber haben seltsame Vorstellung wie man bei guter Arbeitsmarktlage Beschäftigte im Unternehmen hält", sagt die angehende Gewerkschaftssekretärin Katharina Stolze die den Warnstreik federführend organisiert hat.

Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - Foto: Katharina Stolze
Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - VK-Leiterin Tina Schramm - Katharina Stolze Trainee, IG Metall Ostoberfranken - Betriebsratsvorsitzende Melanie Popp - Foto: Katharina Stolze

Ein in die Zukunft ausgerichtetes Angebot ist dies nicht, dass macht auch die Jugendvertreterin Sabrina Kühnlenz wie folgt deutlich „Die Jugend wird immer selbständiger und will mit eigenen Beinen im Leben stehen. Da führt kein Weg an einer höheren Ausbildungsvergütung vorbei“.

Auch in dieser Branche macht der Fachkräftemangel keinen Halt und ist in allen Ecken spürbar. Die Lösung ist aus Sicht der Leiterin des IG Metall Vertrauenskörpers bei Mann und Hummel Tina Schramm, ganz klar ein gerechter Tarifvertrag der den Beschäftigten gute und faire Arbeits- und Lebensbedingungen sichert.
„Wir brauen dringend mehr Geld. Insbesondere für die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Lohngruppen muss was passieren. Wir werden sicherlich nicht betteln, denn wir wissen, was wir täglich leisten müssen, und was am Ende des Monats dabei rauskommt! Deshalb sind wir auch fest entschlossen für unsere Tarifforderungen zu kämpfen.“

Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - Foto: Volker Seidel
Mitternachtsaktion: Warnstreik bei Mann und Hummel, Himmelkron - Foto: Volker Seidel