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Gedenken an die Opfer des 2. Mai 1933!

Nie wieder!

05.05.2019 I Immer am 2. Mai findet das DGB-Gedenken an der Gedenktafel für verfolgte und ermordete Gewerkschafter in Hof statt. Am 2. Mai 2019 erinnerten WIR an die Erstürmung der Hofer Büros der Textil- und der Bauarbeitergewekschaft.

Gedanktag zum 2. Mai 1933. Foto: Randolph Oechslein
Zum Gedanktag am 2. Mai 2019 sprachen Eva Petermann, Bernd Köhler, Volker Seidel und Mathias Eckhardt (v.l.n.r). Foto: Randolph Oechslein

In der Marienstraße in Hof befanden sich bis zur Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis am 2. Mai 1933 die Büros der Textil- und der Bauarbeitergewerkschaft. Bernd Köhler (DGB), Volker Seidel (IG Metall), Eva Petermann (GEW, VVN-BdA) und Mathias Eckhardt (DGB) würdigten die damals verhafteten Kollegen in kurzen Ansprachen.

Wir gedenken gemeinsam der an diesem Tag verhafteten.

Heinrich Heid
Verstorben im Juni 1933 im Gefängnis Nürnberg.

Christoph Fraas
Verschleppt ins KZ Dachau

Konrad Opitz, Arthur Mähr, Adolf Weiß, Max Drechsel
und Andere in „Schutzhaft“ genommener.

Sie stehen für alle verfolgten Frauen und Männer aus der Gewerkschaftsbewegung in Hof. Ihr Eintreten für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit ist uns bleibende Verpflichtung.

Immer am 2. Mai findet das DGB-Gedenken an der Gedenktafel für verfolgte und ermordete Gewerkschafter in Hof statt. Foto: Randolph Oechslein
Immer am 2. Mai findet das DGB-Gedenken an der Gedenktafel für verfolgte und ermordete Gewerkschafter in Hof statt. Foto: Randolph Oechslein

Vor 100 Jahren wurde die Weimarer Reichsverfassung verabschiedet und vor 70 Jahren wurde unser Grundgesetzt in Kraft gesetzt. In Ihrer Ansprache ging Eva Petermann darauf direkt ein. Der anschliessende Beifall zeigte, dass Sie die richtigen Worte gefunden hatte.

Hier ein paar Auszüge aus ihrer Rede am 2. Mai 2019.

Eva Petermann: „Immer wieder werden fortschrittliche Kräfte in unserem Land mit dem Begriff „Linksextremismus“ zur Diffamierung belegt.“
„Dazu eine Klarstellung, gerade nach 70 Jahren Grundgesetz: Den Begriff Linksextremismus gibt es dort nicht. Das GG kennt auch keine Denkverbote – sehr wohl aber die Ächtung von Faschismus und Militarismus!!!
Aber wer kennt schon das ganze Grundgesetz, wer kennt die Bayerische Verfassung?
Was gab es für einen Aufschrei, als der Grüne Robert Habeck vorschlug, Immobilien-Haie, Immobilien- Heuschrecken zu enteignen. Ministerpräsident Söder: „Enteignungen sind nun wirklich sozialistische Ideen!“
Einige CDU-Mitglieder riefen gar danach, das GG dann eben zu ändern, wenn solche linksextremistischen Sachen darin stünden!
Ganz aktuell heute ein Riesengezeter wegen des Vorstoßes von Juso-Chef Kevin Kühnert, BMW und andere Großkonzerne zu vergesellschaften! Das ist offenbar Nachhilfeunterricht notwendig!

GG Art. 14 (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. ….

Ähnlich in der bayerischen Verfassung in § 158 und § 160 (2):

„Eigentum verpflichtet. Offenbarer Missbrauch des Eigentums- oder Besitzrechts genießt keinen Rechtsschutz.“
Für die Allgemeinheit lebenswichtige Produktionsmittel, Großbanken und Versicherungsunternehmen können in Gemeineigentum überführt werden, wenn die Gesamtheit es erfordert.“


Einfach mal nachlesen – trotz vieler Änderungen lohnt sich die Lektüre!

Eva Petermann: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden.
Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.“ Das verkündete die CDU in ihrem Ahlener Programm von 1947!
Deswegen versprachen sich im Schwur von Buchenwald die überlebenden KZ-Häftlinge „Kampf um die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“ - unter ihnen diejenigen, die später die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (heute: VVN-BdA) gründeten! Heute wird genau dieser Schwur vom bayerischen Verfassungsschutz zitiert, um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN in Bayern zu begründen!

Ähnlich absurd und peinlich sind die Begründungen, um Attac, der Deutschen Umwelthilfe, Campact etc. die Gemeinnützigkeit zu entziehen – wegen politischer Betätigung, wegen antikapitalistischer Forderungen.
Demgegenüber sollen die Stiftung für Wehrtechnik oder die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) selbstverständlich die Steuervergünstigungen für Gemeinnützige in Anspruch nehmen dürfen.“


Soweit die Rede von Eva Petermann!