Inhalt

Jetzt gilt es ...

Tarifverhandlungen bei Auto Scholz stocken

19.05.2019 I Die Beschäftigen sprechen sich in Betriebsversammlungen standort- übergreifend mit großer Mehrheit für die Fortführung des Tarifvertrags und für Entgelterhöhungen aus.

Seit vielen Jahren waren die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bei Auto Scholz GmbH&Co.KG (Daimler Benz) über Haustarifverträge in Anlehnung an den Flächentarifvertrag der Kfz Branche Bayern geregelt. Seit November 2018 laufen zwischen der IG Metall und Gespräche über die Fortführung der Tarifverträge und über die Beteiligung der Beschäftigen am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens in Form von Entgelterhöhungen. Die Gespräche sind zuletzt ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Die Arbeitgeberseite um Inhaber und Geschäftsführer Michael Eidenmüller machte im letzten Verhandlungsgespräch - unserem 1. Bevollmächtigten Volker Seidel und der Verhandlungskommission - deutlich, dass sie nicht bereit ist ein Angebot über Entgelterhöhungen in 2019 auf den Tisch zu legen. Verschärft wurde die Situation durch arbeitgeberseitige Informationsveranstaltungen, in denen mitgeteilt wurde, zeitnah allen Kolleginnen und Kollegen neue Arbeitsverträge vorlegen zu wollen, die eine Nachwirkung der Tarifverträge beenden.

Tarifkommission Auto Scholz 2019
Gemeinsame Tarifkommission der Auto Scholz Standorte Bamberg, Bayreuth und Kulmbach - Foto: IG Metall

In Betriebsversammlungen an den Standorten Bamberg, Bayreuth und Kulmbach wurden die Interessenslagen nochmals deutlich. Während Vertreter der Arbeitgeberseite betonten zukünftig einzelvertragliche Lösungen mit den Beschäftigten zu finden, bekräftigte die IG Metall die Forderung und die Vorzüge nach Tarifverträgen, die die Arbeitsbedingungen insgesamt für die Beschäftigten regeln. “Die Kolleginnen und Kollegen haben in den Betriebsversammlungen ein mehr als deutliches Votum für die Fortführung der Tarifverträge abgegeben. Ebenfalls deutlich war die Bereitschaft hierfür notfalls auch in Aktion zu treten. In einer Phase, in der das Unternehmen Gewinne schreibt, ist es Gebot der Stunde die Beschäftigten für ihren Einsatz an den von ihnen erwirtschafteten Gewinnen zu beteiligen. Der Unmut der Kolleginen und Kollegen über das Verhalten der Arbeitgeberseite ist voll und ganz nachvollziehbar.” so Robin Schoepke Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Ostoberfranken.

IG Metall Verhandlungsführer Josef Brunner von der Bezirksleitung Bayern hat Herrn Eidenmüller nun aufgefordert an den Verhandlungstisch zurückzukehren. “Die IG Metall hat in wirtschaftlich angespannten Zeiten Lösungen mit der Arbeitgeberseite gefunden. Sich in einer guten wirtschaftlichen Lagen, aus der Tarifbindung verabschieden zu wollen, ist inakzeptabel und wird der Leistung der Beschäftigten und dem Premiumanspruch der Marke Daimler-Benz nicht gerecht.”