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90 Beschäftigte bei Faber-Castell in Geroldsgrün streiken

1. Warnstreik seit 1861

04.06.2019 I Am Dienstag, 4. Juni 2019, legten die Beschäftigten bei Faber-Castell im Werk Geroldsgrün ihre Arbeit von 09:30 bis 10:30 Uhr nieder, um vorm Werkstor mit einem Warnstreik die Verhandlungen für den Flächentarifvertrag voranzubringen. Die Beschäftigten in Geroldsgrün begaben sich erstmals seit 1861 in einen Warnstreik.

Angeführt wurden diese durch die Vertrauenskörperleiterin Sonja Maier, die mit einem Trommelwirbel den Warnstreik einleitete. Mit guter Laune und Fleischkäsesemmeln machten die Beschäftigten lautstark deutlich, dass sie mit dem mickrigen Angebot der Arbeitgeber von 1,8 % für 2019 nicht einverstanden sind.

1. Warnstreik seit 1861 - 90 Beschäftigte bei Faber-Castell in Geroldsgrün warnstreiken am 4. Juni 2019 - Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke
1. Warnstreik seit 1861 - 90 Beschäftigte bei Faber-Castell in Geroldsgrün warnstreiken am 4. Juni 2019
Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke

Die IG Metall verhandelt aktuell über den Flächentarifvertrag der Schreib- und Zeichengeräteindustrie, zu dem das Faber-Castell Werk Geroldsgrün gehört und seitens der Beschäftigten eine Lohnerhöhung um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro und Bonusregelungen für IG Metall-Mitglieder gefordert werden. Ebenfalls am 4. Juni 2019 warnstreikten die Beschäftigten am Hauptstandort in Stein bei Nürnberg. Die IG Metall hat alle Betriebe der Tarifgemeinschaft der Schreib- und Zeichengeräteindustrie zum Warnstreik aufgerufen.

Die tolle Beteiligung der MitarbeiterINNEN, die dem Warnstreikaufruf folgten, erfreute auch den Betriebsratsvorsitzenden von Faber-Castell und Mitglied der Verhandlungskommission Stefan Hübner: „Es sind so viele Kolleginnen und Kollegen hier draußen - damit hatte ich nicht gerechnet. Danke dafür!“

„In der Verhandlung hat die Wertschätzung der Beschäftigten gefehlt, mit unserem Warnstreik zeigen die Beschäftigten, dass Sie es sind, die die Qualitätsprodukte herstellen und die Wertschätzung der Unternehmen verdienen!“ Sagte Viola Schipp ebenfalls Mitglied in der Verhandlungskommission der Schreib- und Zeichengeräteindustrie.

1. Warnstreik seit 1861 - 90 Beschäftigte bei Faber-Castell in Geroldsgrün warnstreiken am 4. Juni 2019 - Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke
Links im Bild Viola Schipp, in der Mitte Stefan Hübner und rechts Volker Seidel von der IG Metall Ostoberfranken
Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ostoberfranken Volker Seidel verdeutlichte die Tarifforderungen: „Wir erwarten vom Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot, das die Tarifverhandlungen in der Fläche voranbringt und die gute Arbeit, welche die Beschäftigten hier in Geroldsgrün leisten, honoriert.“

Von den IG Metall Vertrauensleuten von Glen Dimplex Deutschland sprach Thomas Plötz. In seinem Grußwort lobte er die Solidarität der IG Metaller untereinander und wünschte für die weiteren Verhandlungen viel Erfolg.

Die Streikenden verfassten eine große Grußpostkarte an die Verhandlungsrunde, die am 2. Juli 2019 zusammen treten soll.

1. Warnstreik seit 1861 - 90 Beschäftigte bei Faber-Castell in Geroldsgrün warnstreiken am 4. Juni 2019 - Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke
Foto: IG Metall Ostoberfranken - Robin Schoepke