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IG Metall fordert vbm zur Vernunft auf:

Flächenbrand verhindern!

01.03.2021 I Am Montag, 1. März 2021 haben sich die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der IG Metall in Oberfranken (Geschäftsstellen Coburg, Bamberg und Ostoberfranken) mit dem Geschäftsführer des vbm Oberfranken Patrick Püttner getroffen. Die Gewerkschaftsvertreter haben der Arbeitgeberseite dabei als Präsent einen Feuerlöscher überreicht. Die klare Botschaft der IG Metall: der Arbeitgeberverband habe noch die Möglichkeit einen Flächenbrand zu verhindern!

Foto: Martin Feder
Der 1. Bevollmächtigte Volker Seidel (IG Metall Ostoberfranken) übergab Patrick Püttner (Geschäftsführer der vbm Geschäftsstelle Oberfranken) einen Feuerlöscher mit Betriebsanleitung, wie die jetzt entstehenden Flächenbrände in der Metall- und Elektroindustrie zu „bekämpfen“ sind. Dies ist laut Seidel ganz einfach: „Tarifverträge mit den Kernforderungen der IG Metall abschließen.“ Stefan Winnerlein (2. Bevollmächtiger der IG Metall Ostoberfranken) unterstützt mit einem Banner: “Finger weg vom Tarifvertrag sonst brennts!” (Foto: Martin Feder)

Hintergrund des Treffens war die am 1. März ablaufende Friedenspflicht in der Tarifrunde der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert im Rahmen der Tarifrunde verbindliche Regelungen zur Gestaltung der Transformation und zur Beschäftigungssicherung sowie eine Steigerung der Entgelte im Volumen von 4 Prozent. Die Arbeitgeberseite möchte nach 2020 erneut eine Nullrunde vereinbaren und obendrein mit betrieblichen Regelungen das Urlaubs- und Weihnachtsgeld kürzen.

„Am 26. Februar ist die inzwischen 4. Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern ergebnislos zu Ende gegangen. Ich bin mehr als enttäuscht darüber, dass die Gegenseite sich null bewegt. Vielmehr scheint man zu glauben, dass unsere Kolleginnen und Kollegen sich jetzt in der Corona Pandemie alles bieten lassen. Anders kann ich mir die Streichungspläne beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht erklären!“ so Volker Seidel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ostoberfranken in Münchberg.

Bisher gibt es kein Angebot der Arbeitgeber für die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis für alle Ausgebildeten nach bestandener Abschlussprüfung! Die Zukunft der Jungen Generation steht auf dem Spiel. Wir wollen keine Generation Corona. Daher müssen die Arbeitgeber jetzt handeln, so Seidel am 1. März vor den Türen des vbm in Coburg.

Ab dem 2. März kann die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen. Diese werden aufgrund der Corona-Pandemie sicherlich anders aussehen als man dies bislang gewohnt war: „Es wird in dieser Tarifrunde keine Massen-Kundgebungen geben können, dennoch werden wir unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben zum Protest gegen die Sparpläne der Arbeitgeber mobilisieren und entsprechenden Druck aufbauen“, ist sich Seidel sicher.

Foto: Volker Seidel
Bedienungsanleitung für den IG Metall Flächenbrandverhinderer

Abschluss von Tarifverträgen mit folgendem Inhalt …
… eine Anhebung der Einkommen (Entgelte und Ausbildungsvergütungen) um 4 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das Volumen der Einkommenssteigerung soll auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zur Verfügung stehen!
… eine Verbesserung der gekündigten Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit einem Teilentgeltausgleich!
… einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge!
… das Angebot eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses für alle Ausgebildeten nach bestandener Abschlussprüfung!